Das Innenministerium des Landes hat den Erwerb von 69 Löschfahrzeugen für kommunale Feuerwehren koordiniert. Dies stellt ein Novum hinsichtlich der interkommunalen Zusammenarbeit für die baden-württembergischen Städte und Gemeinden dar.
„Mit der gemeinsamen Beschaffung haben wir die Kommunen entlastet, Bürokratie abgebaut und Kräfte gebündelt“, so Innenminister Thomas Strobl. Statt Dutzender einzelner und aufwendiger Vergabeverfahren beschaffe das Innenministerium die Löschfahrzeuge zentral.
Die Vorteile lägen für die Kommunen in einer massiven Einsparung von Zeit, Arbeitskraft und Geld, wie der Innenminister weiter erklärte: „Sie (Die Kommunen; Anm. d. Verf.) profitieren von einem günstigeren Anschaffungspreis und erhalten zusätzlich eine höhere Förderung vom Land.“ Insgesamt haben 57 Städte und Gemeinden sowie eine Werkfeuerwehr an der gemeinsamen Beschaffung teilgenommen.
182.000 Euro Landesförderung pro Löschfahrzeug
Hätten die Kommunen die Fahrzeuge einzeln beschafft, wäre der Preis pro Fahrzeug deutlich höher anzusetzen gewesen. Zudem erhalten die Städte und Gemeinden statt 140.000 Euro ganze 182.000 Euro pro Löschfahrzeug.
Die ausgeschriebenen Fahrzeuge vom Typ LF 10 bringen dabei alles mit, was es für den täglichen Einsatz braucht: Platz für neun Feuerwehrangehörige, umfassende feuerwehrtechnische Beladung, 2.000 Liter Löschwasser in einem fest eingebauten Tank, eine leistungsstarke Pumpe sowie ein Lichtmast für die Ausleuchtung von Einsatzorten bei Nacht. Die Löschgruppenfahrzeuge LF 10 werden von vielen Feuerwehren als Standardfahrzeuge eingesetzt.
Entlastung der Kommunen
Diese zentrale wurde dadurch ermöglicht, weil das Innenministerium im vergangenen Jahr die Verwaltungsvorschrift über Zuwendungen für das Feuerwehrwesen geändert hatte. Bislang hatten die Kommunen ihre Einsatzfahrzeuge einzeln beschafft und technisch individuell ausgestaltet. Bei den Fahrzeugen hatte es sich stets um Einzelanfertigungen gehandelt, wodurch der Beschaffungspreis wesentlich höher ist. Des Weiteren sei der bürokratische Aufwand für die Vorbereitung und Durchführung vergaberechtskonformer Ausschreibungen auf kommunaler Ebene in den letzten Jahren deutlich angestiegen, weshalb die Verwaltungsvorschrift entsprechend angepasst worden war.
Nun wurden dagegen weitgehend gleichartige Fahrzeuge beschafft. Die Standardisierung bringt Synergieeffekte bei der Produktion mit sich, was wiederum zu einem niedrigeren Gesamtpreis führt. Zudem wird die Ausbildung der meist ehrenamtlichen Feuerwehrleute durch die Standardisierung vereinfacht. Aus diesem Grund wurde die Initiative des Innenministeriums von den kommunalen Landesverbänden sowie dem Landesfeuerwehrverband unterstützt.
Für dieses Jahr ist bereits eine gemeinsame Beschaffung für sogenannte Tragkraftspritzenfahrzeuge (Standard-Löschfahrzeug der Feuerwehr für kleine bis mittlere Einsätze; Anm. d. Verf.) geplant. Hiermit soll vor allem kleinen Feuerwehren und Feuerwehrabteilungen unter die Arme gegriffen werden, die sich damit schwertun, entsprechende Ausschreibungen und Produktionsbegleitungen zu organisieren. Bisher haben bereits mehr als 30 Kommunen ihr Interesse an einer Teilnahme bekundet.





