Ziel ist es, Abhängigkeiten von einzelnen Software-Anbietern zu verringern und stärker auf offene Standards sowie Open-Source-Lösungen zu setzen.
Was wurde gemacht?:
•Rahmensetzung durch die „Open Innovation & Open Source Strategie“
•LibreOffice als Standard für Büroanwendungen für rund 25.000 IT-Arbeitsplätze
•aktueller Stand: nahezu 80 % der Arbeitsplätze umgestellt; Microsoft Office/Outlook vielerorts deinstalliert bzw. in Deinstallation
•Umstellung von E-Mail-Postfächern auf eine Open-Source-Lösung (rund 44.000 Stk.)
•Für verbleibende Bereiche (u. a. mit Fachverfahren-Abhängigkeiten) sind Migrationspfade vorgesehen
Warum das Ganze?:
•Reduktion von Herstellerbindung („Vendor Lock-in“)
•Mehr Kontrolle und Anpassungsmöglichkeiten durch offene Standards / Open Source
•Verschiebung von Ausgaben: weniger Lizenzen, mehr Migration/Weiterentwicklung/Support
Was sind mögliche Vorteile?:
•Potenziell mehr Gestaltungsspielraum durch quelloffene Software
•Offene Standards können Interoperabilität und Anbieterwechsel erleichtern
•Kosten- und Investitionsstruktur verändert sich; >15 Mio. € geringere Lizenzkosten vs. 9 Mio. € einmalige Investitionen (für 2026) für Migration/Weiterentwicklung
Was wird kritisiert?:
•Projektumsetzung/Rollout: Berichte über Umstellungsprobleme und eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in Teilbereichen; Forderungen nach Fehleranalyse bzw. Anpassungen im Vorgehen
•Inhaltlich-fachlich: Zweifel an Eignung/Belastbarkeit einzelner Open-Source-Lösungen für alle Verwaltungsbereiche; Fragen zu Support und Integration in bestehende Fachverfahren
Unterm Strich zeigt Schleswig-Holstein, dass digitale Souveränität nicht nur ein Leitbild, sondern als konkretes Modernisierungsprojekt umsetzbar ist, mit klaren Zielen (Unabhängigkeit, offene Standards, mehr Kontrolle) und bereits sichtbaren Schritten (z. B. Office-/Mail-Umstellung, definierte Migrationspfade).
Gleichzeitig machen die genannten Kritikpunkte deutlich, dass der Erfolg weniger an der Idee „Open Source“ hängt, sondern an professioneller Umsetzung: stabile Migration, belastbarer Support, gute Einbindung der Beschäftigten und saubere Integration in Fachverfahren. Gerade weil das Land diesen Weg so konsequent geht, ist das Vorhaben als innovativ und vorreiterhaft einzuordnen, und kann für andere Verwaltungen ein relevanter Referenzpunkt werden, wenn die Umstellungsrisiken strukturiert abgearbeitet werden.
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