Eigenfertigung oder Fremdbezug: den Unterschied machen nicht die Produktionskosten, sondern die Transaktionskosten!

Jede betriebswirtschaftliche Analyse endet irgendwann in der Fragestellung „machen wir das selber oder kaufen wir das über den Markt ein?“ .

Häufig wird dazu eine Kostenvergleichsrechnung auf Produktionskostenebene herangezogen. Kurzum beurteilt man dabei, ob die Herstellung eines Gutes mit eigenen Kapazitäten günstiger ist, als der Einkauf über den Markt. Was dabei in der Kostenfunktion vergessen wird, ist die Kostenart der Transaktionskosten.

Transaktionskosten sind die Kosten der Benutzung des Marktes im Vergleich mit der innerbetrieblichen Hierarchie. Sie kommen primär durch Reibungsverluste bei der Anbahnung oder Durchführung, Abhängigkeiten, Kontrollaufwand und ineffizient verteilte Verantwortungen zustande. Transaktionskosten gehen im Wesentlichen auf die Wirtschaftswissenschaftler Ronald Coase (1937) und Oliver E. Williamson (1990) zurück.

Die Transaktion ist das durchzuführende Geschäft, ergo die Herstellung des Gutes. Diese ist abstrakt zu betrachten und kann auf den jeweiligen betrieblichen Fall angepasst und angewandt werden (bis zum Arbeitsauftrag an einen Mitarbeiter im Vergleich zum Telefonat mit einem Fremddienstleister).

Transaktionskosten fallen vor einer Transaktion (ex ante) sowie nach einer Transaktion (ex post) an. Hier einige Beispiele in Form von TAK-Kategorien.

Ex ante (bevor die Transaktion ausgeführt wird)

-Anbahnungskosten (z. B. Kontaktaufnahme)
-Informationsbeschaffungskosten (z. B. -Informationssuche über potenzielle Transaktionspartner)
-Vereinbarungskosten (z. B. Verhandlungen, Vertragsformulierung, Einigung)

Ex post (nachdem die Transaktion ausgeführt wurde)

-Abwicklungskosten (z. B. Maklercourtage, Transportkosten)
-Änderungskosten/Anpassungskosten (z. B. Termin-, Qualitäts-, Mengen- und Preisänderungen)
-Kontrollkosten (z. B. Einhaltung von Termin-, Qualitäts-, Mengen-, Preis- und Geheimhaltungsabsprachen, Abnahme der Lieferung) (Quelle: Wikipedia).

Dieser mehrdimensionale Alternativenvergleich wird von uns bei Organisationsuntersuchungen stets angeführt und analysiert, um einen konkreten Vorschlag zu unterbreiten, wo sich ein Fremdleistungseinsatz lohnt.

Lessons learned aus diesem Beitrag:

Betrachte die Alternativen „Markt oder Unternehmen“ ganzheitlich und ziehe zu den Produktionskosten die Transaktionskosten hinzu.

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