make-or-buy in kommunalen Bauhöfen

In einem vergangenen Blogbeitrag (hier der Link zum Artikel) haben wir darauf hingewiesen, dass bei der make-or-buy-Analyse stets nicht nur die eigenen Produktionskosten mit dem Marktpreis einer Fremdfirma zu vergleichen sind, sondern auch die Transaktionskosten hinzuzuziehen sind.

Im Rahmen einer solchen zweidimensionalen make-or-buy-Betrachtung von Leistungen unter Hinzuziehung von Transaktionskosten ergeben sich auf der Grundlage unserer Erfahrungen (hier am Beispiel eines kommunalen Bauhofes durchgeführt) grundlegend vier Extremkategorien von Leistungen:

• Niedriger Marktpreis, aber hohe Transaktionskosten („verlockend aber unwirtschaftlich“)
• Hoher Marktpreis und hohe Transaktionskosten („per se unattraktiv “)
• Hoher Marktpreis und geringe Transaktionskosten („hochpreisig, aber flexibel und ggf. für Spezialleistungen sinnvoll“)
• Geringer Marktpreis und geringe Transaktionskosten („der Star“)

Diese vier Extreme sollen anhand des nachstehenden Koordinatensystems veranschaulicht werden (Einheiten fiktiv):


Quelle: Eigene Darstellung.

In die Kategorie „Stars“ (niedrige Transaktionskosten und niedrigerer Marktpreis) gehören bei einem Bauhof z.B.:

• Mäh- und Pflegearbeiten an abgrenzbaren Flächen, z.B. Spielplätze, Sportplätze (ggf. gar durch Übertragung an Vereine), Friedhöfe, etc. (≠gesamtes Gemeindegebiet, da nicht mehr beherrsch- und kontrollierbar und große Abhängigkeit, wenn eigene Kapazitäten abgerüstet würden) oder
• Ergänzende Unterstützung beim Winterdienst für abgrenzbare feste Abschnitte (z.B. Ortsteile oder Ortsabschnitte) (≠gesamtes Gemeindegebiet, da nicht mehr beherrsch- und kontrollierbar und große Abhängigkeit, wenn eigene Kapazitäten abgerüstet würden; darüber hinaus: Problem mit der Verkehrssicherheitspflicht, Haftung bleibt bei der Gemeinde).

Bei diesen Aufgaben ist die Ausdehnung oder Neukonzeption der Zusammenarbeit mit einem externen Partner grds. positiv (eigene Kapazitätsauslastung stets beachten).

Ergänzend dazu entfallen die nun folgenden Aufgaben entfallen in die Kategorie „Flexibilität und/oder Spezialleistungen“ (niedrige Transaktionskosten und höherer Marktpreis als eigener Stundensatz):

• Unterhaltung des Straßen- und Wegenetzes für einzelne abgegrenzte Abschnitte,
•Asphalt- und Pflasterarbeiten (Pflasterarbeiten für Neuanlagen nahezu uneingeschränkt, Heißasphalt uneingeschränkt und Kaltasphalt sollte die Kommune aufgrund des Tätigkeitsverbunds mit der Straßen- und Wegekontrollen vor Ort selbst tun),
•Unterhaltungsarbeiten an Gebäuden durch Fachhandwerker (≠ Vollabrüstung eigener Kapazitäten, lediglich als punktuelle Unterstützung bei Engpässen oder Spezialleistungen, da sonst die Abhängigkeit zu groß ist)
•Deckschichten ausgleichen und erneuern (≠gesamtes Gemeindegebiet, Argumente wie beim Winterdienst) und
•Inspektionen und Wartung der Spielplatzgeräte (z.B. durch TÜV, DEKRA, etc.).

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